Tag 20: Mein Fazit zur Japanreise

Ein paar Schlussgedanken zu einer bereichernden Reise.

Hach, so schnell kann es gehen. Gestern noch mitten im Vergnügungsviertel Shibuya, in japanischen Kneipen, in mehr oder weniger aufschlussreichen Museeen, auf Kuschelkurs mit glitschigen Rochen oder entspannend in einem japanischen Schnellzug.


Doch auch die besten, schönsten Reisen haben ein Ende.

Zackig bei ANA

Und so müssen wir uns heute Morgen früh, genau gesagt um 05:50 Uhr, aus dem Bett quälen, um die Rückreise anzutreten. Es hätte noch früher sein können, würden wir nicht sehr mittag in der Stadt wohnen.


So fahren wir zunächst zum riesigen Bahnhof Tokyo, von dem aus der Narita Express fährt. Tipp an alle JR Pass-Nutzer: Es ist keine Reservierung nötig, um diesen Zug zu benutzen.


Nach einer Stunde Fahrt kommen wir am internationalen Flughafen Narita an. Glücklicherweise funktioniert der elektronische Check-in einwandfrei, weswegen wir an keiner Stelle anstehen müssen. Auch bei der Gepäckabgabe ist Japan fortschrittlich: Alleine unsere Airline ANA besetzt über 30 Schalter, von denen sechs für unseren Flug geöffnet sind.


Der Rückflug verläuft angenehm und ohne Überraschungen. Nur Schlafen ist kaum möglich, zumal es auch zeitlich überhaupt nicht passt: Wir fliegen vormittags um 11 Uhr und kommen nach elf Stunden Flugzeit in Deutschland um 16 Uhr an.


Um einen Jetlag zu vermeiden, sollte man auf diesem Flug keineswegs schlafen. Genauer gesagt sollte man solange nicht schlafen, bis man eine gewöhnliche Uhrzeit erreicht hat, zu der man sonst auch schlafen geht, zum Beispiel 23 Uhr.


Das Flugzeug auf dem oberen Bild ist übrigens ein neues Modell von ANA, mit dem wir aber leider nicht geflogen sind. Das neue R2D2-Modell wird auch erst in ein paar Monaten in die Produktion gehen. Schade eigentlich.

5 Dinge, die ich an Japan vermissen werde

Jetzt, da wir uns von Japan trennen müssen, werde ich noch einmal in mich gehen und darüber nachdenken, welche japanischen Errungenschaften ich besonders vermissen werde - später auch, welche ich überhaupt nicht vermissen werde.


5. Den japanischen Spätsommer


Zugegeben, Japan teilt sich das Wetter mit anderen Ländern des selben Breitengrades. Doch das ändert nichts daran, dass der japanische Spätsommer so wunderbar warm mit seinen täglichen 25°C ist. Leider ist er auch ziemlich regnerisch.


4. Die Verrücktheit


Ist nicht besonders greifbar, dessen bin ich mir bewusst. Doch wer würde sie nicht vermissen, die Kaufhäuser, in denen wackelnde Hundepuppen in mindestens 87 Farbtönen, Pokémon-Unterwäsche oder Hello-Kitty-Smartphones verkauft werden?


3. Die Japaner


Ja, das mag etwas befremdlich klingen, doch ich habe das japanische Volk in mein Herz geschlossen und werde es missen, wenn ich wieder in Deutschland bin. Kleines Beispiel: Ein älterer, aber fitter Herr, ist in der Bahn aufgestanden, um mir seinen Platz anzubieten, sodass ich neben Isaac sitzen konnte. Welcher Deutsche würde das tun?


2. Die Konbinis


Sie sind überall und sie sind der tägliche Lebensretter. Die Konbinis haben in den letzten Wochen fürstlich an uns verdient, aber die Auswahl ist auch einfach zu verlockend. Ich werde insbesondere die günstigen und leckeren Sushi und Onigiri vermissen.


1. Der öffentliche Personennahverkehr


Von wegen, die Deutschen seien pünktlich und effizient. Wer sich das Tagesgeschehen an japanischen Bahnhöfen genauer ansieht, wird verstehen, was ich meine. Auf die Sekunde pünktliche Bahnen, keine Ausfälle, kein Gedrängel, dichtes Bahnhofsnetz, was wünscht man sich mehr?

5 Dinge, die ich nicht an Japan vermissen werde

5. Die japanische Flüssigseife


Es mag etwas banal klingen, doch es hat mich wirklich gestört: Die Seife, die in Japan bei jeder Toilette bereitsteht, hat eine unangenehme Konsistenz und neutrale bis scharfe Gerüche; zum Abgewöhnen. Übrigens werde ich es auch nicht vermissen, keine Klobürste zu haben. Wirklich, ich habe in Japan keine einzige dieser Bürsten gesehen!


4. Ariana Grande


Es ist, als wäre sie mit zweiter Nationalität Japanerin: Ariana Grande verfolgte mich im Fernsehen, auf Werbeplakaten, in Zeitungen, ja sogar im Kaufhausradio. Das Mädel ist wirklich anstrengend.


3. Die grellen Lichter


Die größten Städte Japans werden nachts keineswegs dunkel. Vielmehr werden sie nachts noch heller als tagsüber. Endlose Leuchtreklamen und helle Ladenschiler machen es möglich. Nichts für Menschen, die sich ab und an zurückziehen wollen.


2. Das japanische Brot


Unglaublich labbelig, da niemals im Ofen, präsentiert sich das japanische Brot. Auch gibt es kein graues, sondern nur weißes und süßes Brot, wenn man es überhaupt so nennen kann. Höchstens das Melonenbrot ist ja wirklich eine japanische Idee gewesen. Wie auch immer, wird mir wohl jeder, der mehrere Wochen Urlaub im asiatischen Raum gemacht hat, zustimmen, dass deutsches Brot doch eine feine Sache sein kann.


1. Die Durchsagen


In den Städten sind sie überall und es ist ein Wunder, dass ich nicht mittlerweile unter Verfolgungswahn leide. In Japan scheint alles einen eigenen Mitteilungsdrang zu haben. Die Ampel bittet mich, stehen zu bleiben, der vorbeifahrende LKW spielt Werbemusik, die Rolltreppe weist mich freundlich darauf hin, dass sie eine Rolltreppe ist. Doch das schlimmste sind die Bahnfahrten! Nach jeder Station: "Vielen Dank, dass Sie sich heute für [unsere Bahngesellschaft] entschieden haben. Dieser Zug fährt in Richtung [Tokyo]. Die nächste Haltestelle ist [Hamamatsu]. [Hamamatsu]. Der Ausstieg ist [rechts]. Bitte geben Sie auf die Lücke beim Ausstieg acht. Bitte vergessen Sie Ihre Dinge nicht in der Bahn." Und dann noch einmal auf Englisch.

Alles in allem war es eine sehr schöne, wenn auch anstrengende Reise durch die wichtigsten Städte Japans! Ich freue mich schon auf meinen nächsten Besuch in Japan und würde mich freuen, euch wieder auf meinem Blog begrüßen zu dürfen!

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