Tag 11: Silberner, goldener Pavillon

Immer der Reihe nach.

In unserer neuen Unterkunft haben wir nun auch Kochplatten zur Verfügung, sodass wir eigentlich häufiger kochen sollten. Doch in Wahrheit sind die Speisen aus den Kobini - der nächste ist nie weit entfernt - die gemütlichere Alternative zum Kochen.


Es gibt dort viele japanische Speisen, aber auch italienische und …undefinierbare. Außerdem verfügen fast alle Kobinis über eine Kaffeemaschine, manche auch über Mikrowellen. Auch findet man Geldautomaten, sogenannte ATMs, nahezu immer in Kobinis.

Kinkaku-ji oder Ginkaku-ji?

Es soll eine der berühmtesten und am häufigsten fotografierten Sehenswürdigkeiten Japans sein: Der Goldene Pavillon in Kyoto.


Also nehmen wir uns heute vor, die Anlage zu besichtigen. In die Bahn gestiegen, in den Bus umgestiegen, schon wieder ausgestiegen, folgen wir dem reichlich beschilderten Weg. Vor dem Eingang der Gärten stellen wir dann fest, den Ginkaku-ji augesucht zu haben, den Silbernen Pavillon.


Zwar nicht gesucht, und doch besichtigen wir den Tempel und seine gut erhaltenen Gärten. Wer mehrere Tage in Kyoto ist, kann nicht viel falsch machen mit diesem Tempel. Vor allen Dingen halten sich hier viel weniger Touristen auf als bei seinem großen, goldenen Bruder.


Bei diesem Goldenen Pavilon, auch Kinkaku-ji geschrieben, handelt es sich um eine Tempelanlage, die bereits im 14. Jahrhundert errichtet wurde. Der goldene Tempel selber bietet eine sehr schöne Ansicht, wie er sich im Wasser spiegelt. Angeblich soll es sich lohnen, im Herbst wieder zu kommen, wenn die Herbstbäume eine schöne Farbkombination mit dem Gold des Gebäudes bilden.


Leider bleibt nicht viel vom ursprünglichen Charme des Geländes übrig, da sie eindeutig nicht für so viele Touristen ausgerichtet worden ist. Entsprechend eng sind die Wege rund um den Tempel, den man leider nicht von Innen besichtigen darf.

Im Fließband-Restaurant

Auf dem Weg vom Goldenen Pavillon zurück zu unserer Unterkunft kommen wir an einem Restaurant vorbei, das unsere Aufmerksamkeit erregt: Ein Sushi-Restaurant mit Fließband. Solche mag es auch in Deutschland geben, doch da sind sie nicht so hoch technisiert wie in Japan.


Das Offensichtliche zuerst: Es ist keine Reservierung nötig, die Begrüßung wird sich mehr oder weniger gespart, das Restraurant hat ein riesiges Grundstück. Das Grundprinzip ist das gleiche wie in Deutschland. Teller vom Fließband nehmen, genießen, dann Teller stapeln.

Dabei gibt es gewagte Kombinationen an Sushi: Nigiri (die länglichen) mit Schnitzel und Mayonaise, mit Shrimp und Avocado, mit Lachs und Käse und viele mehr.


Nun zu dem Ausgefeilteren:

An jedem Tisch gibt es einen Wasserhahn. Becher stehen auf den Tischen, auf Knopfdruck läuft kochend heißes Wasser aus dem Hahn. Außerdem befindet sich auf dem Tisch ein Gefäß mit Grüntee-Extrakt, sodass sich Besucher so viel Grüntee zubereiten können wie sie wollen.


Auch interessant und im Video über diesen Absätzen zu sehen: Auf Knopfdruck auf einem Bildschirm laufen über ein separates Fließband gesonderte Bestellungen, zum Beispiel Kaffee, Wraps, Schnitzel, Suppen und so weiter. Das Fließband wird so beschleunigt und gebremst, dass die Bestellung direkt vor dem eigenen Tisch anhält.


Eher verrückt: Nachdem man den Inhalt von fünf Tellern vertilgt hat, kann man sie in einen Schlund neben dem Wasserhahn werfen. Es ertönt ein Signal und ein Video wird auf dem Bildschirm angezeigt. Es ist ein Kurzvideo mit unterschiedlichen Enden - mit etwas Glück hat man ein glückliches Ende und gewinnt dafür eine kleine Kugel mit Stickern und Ähnlichem. Warum gibt es so etwas nicht bei uns?!

Kommentare

Kommentare: 1
  • #1

    jeab (Montag, 31 August 2015 18:15)

    Wenn man denn im McFließband nicht bezahlen kann - öffnet sich dann eine Klappe im Band, die einen einsaugt?