Tag 17: Die unfassbare Geschichte

Eine junge und sympathische Stadt. Nicht nur.

Man möchte meinen, dass Japan seine gänzlich eigene Kultur beheimatet und pflegt, ein wenig konservativ. Zumindest war es meine Vorstellung, dass Japans fast ausschließlich washoku, also inländisches Essen, zu sich nimmt.


Bis zu einem gewissen Grad stimmt das ja auch. In japanisches Supermärkten wird man mehr Reis- als Nudelsorten finden, mehr Fisch als Fleisch und statt vieler Soft Drinks stehen im Kühlregal schon mal häufiger Flaschen mit Grüntee.


Doch heute Abend, als wir durch das Ausgehviertel Hiroshimas schlendern, sind wir überrascht, wie viele Besucher das Curry-Restaurant hat, in dem wirklich nichts anderes als indisches Curry serviert wird. Auch die Dönerbude in Tokyo war nicht schlecht besucht.


Selbst Japan kann der Globalisierung wohl nicht entrinnen.

Unter keinen Umständen vergessen

Eigentlich besuchen wir Hiroshima ja nicht nur, um Curry zu genießen. (Auch wenn das Curry hier wirklich gut schmeckt.)


Auf dem Bild oben zu sehen: Der Ort, an dem die Atombombe im Jahre 1945 über Hiroshima detoniert ist. Nachdem der zweite Weltkrieg in Europa beendet worden war, beschlossen die Amerikaner, der Auseinandersetzung mit Japan ein jähes Ende zu setzen.


Der Abwurf der neu entwickelten Atombombe mit der Bezeichnung Little Boy führte am 6. August 1945 zur Ausradierung der gesamten Innenstadt Hiroshimas und zur Verstrahlung der Einwohner. Ungefähr 90.000 der Einwohner sind an diesem Tag verstorben, mindestens weitere 90.000 zu einem späteren Zeitpunkt an den Spätfolgen der Verstrahlung.


In der Stadt steht heute ein Denkmal an der Stelle der Detonation, außerdem wurde ein großes Museum errichtet, das sich derzeit einer Renovierung unterzieht und deswegen nicht vollständig zu besichtigen ist. Diese Gebilde, sowie der groß darum angelegte Peace Park sind sehenswert.


Die Gefühle und Gedanken, die ich hier habe, sind schwer in Worte zu fassen. Ich kann jedem nur empfehlen, die Stadt Hiroshima (oder Nagasaki) selbst einmal besucht zu haben.

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