Tag 6: Das traditionelle Gasthaus

Auf der Reise ins ursprüngliche Japan.

Heute verlassen wir das sehr hektische und nachtaktive Tokio, um uns für eine Weile in der Nähe des Fuji niederzulassen.


Doch wer hätte gedacht, dass die Anreise so schwierig und die Regeln im Gasthaus so streng wären?

Immer langsamer, immer höher

Wie gesagt, unser Hotel in Tokio hatte eine ungünstige Lage. Wie es aussieht, haben wir mit dem Gasthaus in Yamanakako, beim Fuji, wieder eine Unterkunft mit ungünstiger Lage ausgesucht.


Und so erreicht man das Yamanouchi Guesthouse: Mit dem Expresszug fahren wir von unserem Hotel bis nach Shinagawa, bei Tokyo. Von Shinagawa aus buchen wir Plätze im Shinkansen - das funktioniert ganz einfach und kostenlos am Infoschalter. Mit dem Schnellzug Shinkansen, der bis zu 270 km/h schnell fährt, bewegen wir uns bis Mishima, weil wir von dort aus umsteigen müssen. Noch da? Gut.

Von Mishima mit dem Zug nach Nozumi (eine Station), dann von dort bis Gotemba (circa 10 Stationen). Bei Gotemba einen Bus nehmen (circa 18 Stationen) und danach noch zu Fuß laufen. Schon da.

Das Gasthaus achten und ehren

Kaum angekommen, werden wir von der freundichen Besitzerin des Gasthauses begrüßt und hereingebeten. Direkt ungewohnt: Im Eingangsbereich der Unterkunft werden die Straßenschuhe eingeschlossen und Hausschuhe angezogen. Soweit könnte man es in Deutschland auch nachvollziehen, doch es geht noch weiter: Auf der Toilette werden, weil sie als unrein gilt, die Hausschue ausgewechselt durch Badeschuhe.


Im Zimmer angekommen, werden die Schuhe komplett ausgezogen, weil der teure Tatami-Boden sehr empfindlich ist. Er besteht nämlich aus geflochtenem Bambus.

Zum Schlafen werden aus dem Schrank Futons, also weitere Bambus-Matten, sowie Decke und Kissen herausgeholt - ein herkömmliches Bett gibt es hier nicht.

Eindrücke vom ersten Abend

Es überrascht wenig, dass es in den Bergen kühler ist, als auf dem Land. Doch hier oben hat man kaum Möglichkeiten, sich davor zu schützen. Insbesondere die altertümlichen Häuser, wie auch unser Gasthaus eins ist, sind betroffen. Sie werden meist von dünnen Wänden gehalten und haben Fenster ohne Scheiben, sondern mit Papier. Diese Maßnahmen wurden beim Errichten als Schutzmaßnahme vor Erdbeben ergriffen.


Unsere Unterkunft, die mit all ihren Charakteristika übrigens auch Ryokan genannt wird, liegt zwar mal wieder sehr abgeschieden. Dafür liegt sie aber sehr nah an einem See, an dem auch Bootsfahrten angeboten werden und an dem sich viele Restaurants angesiedelt haben.


Wir finden eines, bei dem Nudelsuppen und mehr (in diesem Fall Pferdefleisch) angeboten werden und können dort in entspannter Atmosphäre dinieren.

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